Erster langer Trainingslauf der Saison

Im Winter war ich faul. Sehr faul. Extrem faul. Zumindest in Sachen Laufen. Ich habe geschätzte 10 Kg zugenommen und war seit meinem letzten Marathon im Oktober in Frankfurt kaum noch laufend unterwegs. Gut, da waren mal 27 Kilometer (15 km von Toni bis nach Oyten und dann noch ca. 12 km mit unseren Oytener Racebookern in ihrem Laufrevier) und auch noch irgendein anderer Lauf über mehr als 20km. Aber ansonsten nur einige wenige kurze Läufe (also gelegentlich mal um den Werdersee), aber selbst das nur sehr selten.

Jetzt steht die neue Laufsaison unmittelbar vor der Tür. Es müssen also ganz dringend wieder lange Läufe her. Gestern ging es damit nun also wieder los. Toni und ich hatten uns verabredet um endlich mal wieder unsere 30 km Trainingsrunde abzulaufen, die uns im letzten Jahr schon zur Vorbereitung so gute Dienste geleistet hatte.

Leider habe ich mich verspätet (eigentlich nicht meine Art), so dass wir erst mit 10 minütiger Verzögerung starten konnten. Bereits die ca. 1,5 km zum Treffpunkt an der Herrlichkeit fühlten sich nicht ganz rund an. Auf den ersten Kilometern an der Weser entlang Richtung Weserwehr merkte ich bereits, dass das eine ziemlich harte Nummer werden dürfte.

Aber ich war mental gut vorbereitet. Schließlich wusste ich, in welchem Trainingszustand ich war. Ich wusste auch, dass der erste lange Lauf nach längerer Pause einfach keinen Spaß macht. Und mir war klar, dass der innere Schweinehund fieberhaft nach Ausreden und Abkürzungen suchen würde. Ich war mental darauf eingestellt meinem inneren Schweinehund zu zeigen wer der Herr ist und irgendwie die Strecke zu schaffen. Selbst wenn sich nun der Himmel geöffnet und fiesen Hagel ausgespuckt hätte oder ich nur noch kriechend vorangekommen wäre: Das Ziel stand fest: Die Runde durchziehen!

Also einfach mit Toni gequatscht und gelaufen. Wir waren erwartungsgemäß sehr langsam unterwegs. Fast die ganze Zeit über mit einem Schnitt von ca. 6:30 min/km. Auf den letzten paar Kilometern noch etwas langsamer.

Nach dem Weserwehr ging es den Extraschlenker am Segelverein vorbei entlang. Und da kommt plötzlich von hinten ein weiterer Lauffreund, Markus Schriefer, angeschossen. Er hatte vom Weserwehr aus meine orangene Mütze gesehen und mich gleich erkannt. Er lief dann ein Stückchen mit uns. Auf seinem Trainingsplan war aber nur ein kurzer Lauf vorgesehen, so dass sich unsere Wege auch bald wieder trennten. Er lief am Ende des Werdersees, von der Wehrstraße aus, nach rechts Richtung Neustadt, während Toni und ich nach links, Richtung Arsten, abbogen.

An der Stelle wurde es etwas windig. Und obwohl ich recht dick angezogen war, ärgerte ich mich ein wenig über die Entscheidung mein Buff zu Hause gelassen zu haben. Ich hätte Hals und Mund doch gerne etwas besser geschützt.

Wir sind jedenfalls auf unserer normalen Strecke weiter und beim Autohus rechts reingelaufen – zwischen deren beiden Grundstücken hindurch. Dann wieder Richtung Autobahn und an der Autobahn entlang auf Feldwegen Richtung Ochtum. Dort unter der Autobahnbrücke hindurch und immer an der Ochtum entlang Richtung Kattenturm. Zwischen Gewerbegebiet und Flughafen immer weiter an der Ochtum entlang.

Als wir im letzten Jahr unterwegs waren, kamen genau an diesem Weg immer zwei Flugzeuge in gewissem Abstand reingeflogen. Eine Air France Maschine und eine KLM Maschine. Und obwohl wir langsam unterwegs waren und verspätet gestartet sind, konnten wir auch bei diesem Lauf wieder eine der beiden Maschinen landen sehen.

In Grolland hatten wir bei ca. km 20 unsere übliche Verpflegungspause. Da gibt es einen Bäcker und einen kleinen Supermarkt, bei dem man Getränke kaufen kann um die Vorräte aufzufüllen. Es war kurz vor 18:00 Uhr. Der Bäcker hatte bereits geschlossen. Auch die Dame im Supermarkt wollte den Laden gerade schließen, ließ uns dann aber doch noch kurz rein. Also schnell etwas zu trinken und einen Schokokuss geholt. Toni hatte zusätzlich noch etwas sehr trocken wirkenden Butterkuchen geschnappt.

Und dann wieder raus. An dieser Stelle ist der innere Schweinehund immer besonders stark. Es stecken immerhin bereits etwas mehr als 20 km in den Beinen. Wenn man aus dem Laden kommt, ist einem erst einmal richtig kalt. Die Beine sind steif. Es gibt genau dort eine Straßenbahnhaltestelle. Einfach einsteigen, ca. 5 Haltestellen fahren und ab unter die Dusche. Mehr als 20 km ist doch gar nicht schlecht. Und nächstes Mal dann mehr… Mit solchen Sachen kommt der innere Schweinehund an. Und es ist so verlockend…

Aber nein! Diesmal nicht! Heute wird die Runde durchgezogen, egal ob’s Spaß macht. Also weiter!

Gut, also sind wir weiter gelaufen. Der Schlussteil der Strecke macht nicht so richtig viel Spaß. Es geht beim Grollander Krug noch ein Stückchen durch einen Park oder sowas und dann ein Stückchen an der Straße entlang Richtung Woltmershausen. Dann noch einen Schlenker, damit wir auch auf die nötige Strecke kommen, einmal quer durch Woltmershausen am Friedhof vorbei (dort waren die Überreste eines abgebrannten Wohnwagens geparkt – sah seltsam aus) und über die Hauptstraße, an der Ladestraße wieder Richtung Bahnhof Neustadt, wieder einen Schlenker, erst wieder Richtung Rablinghausen, dann zur Stephaniebrücke.

Dort haben wir uns dann getrennt. Ich bin noch nach Hause gelaufen und hatte schließlich 30,39 km geschafft. Ziel erreicht.

Fazit: Ich habe es trotz meines derzeit schlechten Trainingszustands geschafft, endlich mal wieder 30 km zu laufen. Erfreulich war, dass ich keine Gehpausen einlegen musste. Nicht so erfreulich war, dass es wirklich richtig anstrengend war – trotz der recht niedrigen Geschwindigkeit.
Ein Ultraläufer, der mit 30 km kämpft? Tja… Auch das gibt es wohl.

Noch ein paar lange, fiese, schmerzhafte Läufe dieser Art. Dann dürfte langsam wieder eine Grundlage da sein. Ich nehme an, dass ich noch ca. drei oder viermal so etwas machen muss, bis mir diese Läufe wieder leicht fallen und ich jederzeit das Gefühl habe „Da geht noch etwas“. Und da muss ich wieder hinkommen, bei dem, was in diesem Jahr alles geplant ist…

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Kategorien: Trainingsläufe | Hinterlasse einen Kommentar

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