Frühlingsultra 60 km

Gestern habe ich anstelle des ursprünglich mal geplanten Springe-Deister Marathons den 60 km Frühjahrsultra hier in Bremen in Angriff genommen.

Der Lauf war eigentlich Crispins Idee. Er suchte vor einiger Zeit bei Facebook einen Fahrradbegleiter für einen 60 km Trainingslauf. Seine Idee dabei war, dass eine große Runde motivierender für den Läufer ist als viele kurze Runden. Man hat aber eben bei einer 60 km Runde ein Versorgungsproblem. Wenn man einen Fahrradbegleiter findet, der sich um einen kümmert, dann kann das richtig viel Spaß machen.

Die Idee fand ich so gut, dass ich einfach mal gefragt habe, ob ich mitkommen darf. Crispin war erfreut. Ich habe mit Stefan über die Idee gesprochen – und auch er war sofort begeistert. Und schon waren wir drei Starter. In Absprache mit Crispin habe ich aus dem Lauf dann noch eine Veranstaltung gemacht, in dem ich sie bei myRaceResult (und sogar im DUV Kalender) ausgeschrieben habe. So gibt es hinterher für Finisher sogar noch Urkunden.

Was ich gar nicht geahnt hätte: Die Ausschreibung hat sogar noch weitere Lauffreunde in ihren Bann gezogen. Christian sprach mich beim Racebooker Stammtisch auf diesen Lauf an und bekundete sein Interesse, seinen ersten Ultra bei diesem Lauf zu absolvieren. Und sogar die absoluten Veteranen Helmut und Olaf haben über ein Mitlaufen nachgedacht. Aber Helmut wollte wegen des großen Asphaltanteils (fast 100%) dann doch nicht. Er bevorzugt Naturwege. Und auch Olaf hat lieber am Freitag und am Sonntag eigene Läufe angeboten und durchgeführt.

Zu meiner großen Begeisterung hat Helmut sich aber freiwillig als zweiter Radbegleiter angeboten. Das Angebot habe ich sehr gerne angenommen! So hatten wir gestern also zwei Radbegleiter für vier Läufer. Besser kann man sich die Versorgung eigentlich gar nicht wünschen.

Ich hatte Crispin ursprünglich nicht ganz richtig verstanden. Ich hatte gedacht, dass wir am Deichschaart entlang des Weserradwegs 30 km laufen, dann umdrehen und zurücklaufen. Er hatte sich aber einen komplizierten Kurs am Hansa Caree, Daimler und dem Weserpark vorbei nach Achim und schließlich eine Schleife bis Etelsen ausgedacht. Leider führte dieser Weg bis ca. km 28 und ab ca. km 35 fast ausschließlich an Straßen entlang. Aber es war Crispins Lauf. Also sollte er auch die Strecke wählen.

Das Starterfeld mit dem Fahrradbegleiter Lars.

Stefan hatte bereits am Vortag den 2. Feierabend Marathon bei Olaf absolviert und entsprechend Einiges in den Beinen. Er hatte von Anfang an Schwierigkeiten in Tritt zu kommen, hat sich aber noch bis Achim durchgeschlagen. Am Tag nach einem Marathon ist ein Halbmarathon schon eine echte Leistung. Stefan: Ich fand’s prima, dass Du gekommen und mitgelaufen bist – und beim PUM nächste Woche hängst Du mich eh wieder ab!

Crispin und Christian sind von Anfang an schneller unterwegs gewesen als ich. Die ersten sieben Kilometer war ich zwischen 6:00 und 6:20 min/km und damit schneller als geplant. Eigentlich wollte ich zwischen 6:30 und 7:20 min/km bleiben. Nach Kilometer 35 hatte ich dann erwartet, dass ich ohnehin noch langsamer werden dürfte.

Stefan und ich sind die ersten zwanzig Kilometer ebenfalls meistens gemeinsam oder wenn nicht, dann zumindest in kurzem Abstand zueinander, gelaufen. So hatten sich also zwei Grüppchen gebildet. Die schnellere Gruppe wurde von Lars mit dem Fahrrad versorgt und wir langsameren Läufer von Helmut.

Und hier muss ich mal ein ganz dickes Dankeschön loswerden: Ich glaube, dass Helmuts Begleitung der Hauptgrund dafür ist, dass mir dieser Lauf relativ leicht fiel. Er hat nicht nur meine Trinkflasche aufgefüllt, mir bei Bedarf etwas zu Essen aus seiner Radtasche gereicht oder sogar mal eine Cola bei Lidl für mich gekauft. Nein, er hat auch dafür gesorgt, dass ich die ganze Zeit über bei Laune und motiviert geblieben bin. Meistens hat er mir von seinen vielfältigen Erfahrungen (immerhin knapp 500 eigene Marathons und Ultras und Begleitung bei solchen „Späßen“ wie dem Transeuropalauf etc.) berichtet. Durch die netten Gespräche mit ihm kam mir die Zeit überhaupt nicht lang vor. Vielen Dank, Helmut!

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Unterwegs gab es relativ viele Ampeln. Irgendwie habe ich mich darauf eingestellt. Immer, wenn eine rote Ampel kam, bin ich die letzten paar Meter bis zur Ampel gegangen und habe ein bissel was getrunken. Das passte immer ganz gut. Ich habe nicht zu viel getrunken, aber eben auch nicht zu wenig. Ähnlich gut hat es auch mit dem Essen geklappt.

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In Achim gab es dann schließlich eine ca. sieben Kilometer lange und wunderschöne Schleife bis zur Weser, nach Etelsen und zurück. So gefällt es mir. In diesem Bereich wollte Lars dann auch mal ein wenig laufen. Das war im Vorfeld auch so abgesprochen. Ein paar Kilometer lief er mit Crispin und Christian und ein paar Kilometer mit mir. Auch das war eine sehr nette Begleitung, für die ich mich nur bedanken kann!

Als wir von dieser Schleife wieder auf dem Rückweg waren setzten Crispin und Christian sich mit Lars wieder ab, während Helmut wieder bei mir blieb. Der Rückweg dauerte vermutlich länger als der Hinweg. Aber wegen Helmuts prima Begleitung kam es mir wiederum überhaupt nicht lang vor. Kurz vor der Fußgängerbrücke beim Deichschaart kamen plötzlich Crispin und Christian aus einem Seitenweg nur ca. 50 Meter vor mir auf die Strecke. Sie hatten ein wenig variiert und einen Extraschlenker gedreht. Sie sind dann direkt über die Brücke ins Ziel gelaufen und haben ihre Uhren bei 59,07 km gestoppt. Die Strecke, die Crispin eigentlich geplant hatte und der ich gefolgt bin, hätte noch einen Schlenker bis zur Willhelm-Kaisen-Brücke vorgesehen und insgesamt 58 Kilometer erbracht. Ich fand sowohl 58 als auch 59,07 irgendwie blöde und wollte gerne die 60 vollmachen. Deshalb bin ich nicht mit über die Fußgängerbrücke gelaufen (ich war ohnehin erst bei 56,x Kilometer), sondern habe noch ein bissel was rangehängt. Bei dieser Schlussschleife hat mich wieder Lars begleitet und bestens motiviert.

Insgesamt kam ich nach 7:20:03 Stunden ins Ziel und hatte schließlich 60,2 Kilometer auf der Uhr.

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Erstaunlicherweise ging es mir ziemlich gut. Und heute, einen Tag danach, spüre ich zwar meine Beine, aber eigentlich ist alles in Ordnung. Ich habe eben sogar bereits Gartenarbeit erledigt. So langsam fühle ich mich für den PUM kommende Woche gut vorbereitet…

Herzlichen Glückwunsch an Crispin, der sechs Sekunden vor Christian ins Ziel kam (eigentlich sind beide eh einen Kilometer weiter gelaufen als ursprünglich geplant) und ebenfalls herzlichen Glückwunsch an Christian zum ersten Ultramarathon! Du bist ab sofort ein Ultrarunner!

Und ich kann gar nicht oft genug erwähnen: Vielen, vielen Dank an Lars und Helmut für die großartige Begleitung!

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