Lustiger „Regenerationslauf“

Nach dem langen Heidschnucken Ultra vom Wochenende stand gestern (Mittwoch, 23.04.2014) ein leichter Regenerationslauf an. Doch der entwickelte sich „etwas anders“…

Eigentlich sollte man nach einem fast 120 km langen Lauf vermutlich ein Weilchen regenerieren und dem Körper Zeit geben, die strapazierten Bereiche wieder in Ordnung zu bringen. Eigentlich.

Nachdem ich in der Nacht zum Sonntag ins Ziel gekommen war, verlief der Sonntag auch tatsächlich sehr ruhig. Leckeres Osteressen und heimische Gemütlichkeit. Das ist doch in Sachen Regeneration mal etwas Feines. Am Montag fand in der Sportwelt ein Osterspecial Body Attack statt. Da musste ich natürlich dabei sein. Eigentlich wollte ich das gaaaaanz ruhig angehen, mich zurück halten und bestenfalls ein wenig im Low Impact, also mit niedriger Belastung, mitmachen. Das kann ich aber gar nicht. Sobald der Kurs begann, drehten meine Systeme auf und alles in mir schrie: „High Impact! Springen! Juhuuu!!!!“. Nun ja, Montag also nicht ganz so entspannt regeneriert wie geplant, aber das kann ich ja immer noch machen…

Am Dienstag öffneten sich zwei der Blasen, die ich mir am Wochenende an den Füßen erlaufen hatte. Das tat ein wenig weh und erleichterte mir die Entscheidung tatsächlich auf den Sport am Abend zu verzichten. Dienstag war somit körperlich ein echter Regenerationstag.

Mittwoch wollte ich eigentlich auch regenerieren. Aber Toni hatte schon ein paarmal gefragt, ob wir am Mittwoch um den Werdersee laufen wollen. Nur gaaaanz langsam. Ein wenig Laktat rausschütteln. Ist ja eigentlich auch Regeneration. Ach, was soll’s? Ich hatte beschlossen, dass Blasen doof sind und dass ich ihnen keine weitere Aufmerksamkeit schenken wollte. Und ein wenig Laufen kann soooo schlimm doch gar nicht sein. Toni hat am Dienstag einen Tempolauf gemacht. Dann meint er es mit dem Regenerationslauf vermutlich ernst. Also ok.

Ich lief also am Nachmittag zum üblichen Treffpunkt in der Herrlichkeit. Das sind ca. 1,5 km von zu Hause aus. Die ersten 500 Meter fühlten sich seltsam an, noch sehr unrund und irgendwie viel anstrengender als normal. Danach war ich so langsam eingerollt und genoss es tatsächlich wieder unterwegs zu sein.

Ich war etwas zu früh dran und musste zwei, drei Minuten warten. Dann kam Toni auch schon angedüst. Also los. Erst einmal in Richtung Weserwehr. Dort können wir dann entscheiden, welche der Standardrunden wir heute laufen.

Wenn Toni und ich laufen, sind wir manchmal wie zwei alte Klatschhühner, permanent am Sabbeln. So vergeht die Zeit immer recht schnell und man ist manchmal überrascht, wo man schon wieder ist, wenn man zwischendurch mal auf die Umgebung achtet. Die Pace war in Ordnung, meistens knapp über 06:00 min/km. Es fühlte sich Meter für Meter besser an. Es war eine gute Entscheidung zu laufen. Das Wetter war auch klasse. Warm, leicht sonnig mit einigen Wölkchen hier und da. Die Sonne knallte aber nicht so dolle, dass man nach 100 Metern gleich Durst bekommen hätte. Prima.

Nach einiger Zeit liefen wir direkt vor dem Weserwehr auf den Fußgängerweg. Da kamen uns Fahrradfahrer entgegen, die da überhaupt nichts verloren haben, aber was soll’s? Störender war ihr Hund, der auf dem schmalen Weg direkt auf mich zu raste. Der wollte nichts von mir, nahm mir aber Platz weg. Ich musste kurz anhalten. Aber auch egal – die gute Laune lasse ich mir davon doch nicht vermiesen. Direkt am Ende dieses Wegs gibt es eine klitzekleine Steigung. Wer da häufiger entlangläuft, hat sie vielleicht noch nicht einmal bewusst bemerkt, aber sie ist da. Nur ca. zwei Meter Steigung und keine zehn Meter Strecke. Also eigentlich Lächerlich. Aber eine Steigung.

Keine Ahnung, was mich geritten hat, aber ich rief „BEEEEEEEERG!“ und beschleunigte die Steigung hoch, um gleich danach normal weiterzulaufen. Toni lachte, hielt aber natürlich ganz locker mit. Weniger Meter weiter gibt es noch einmal eine kleine Steigung, wenn man am Zaun entlang weiterläuft. Vielleicht zwei Höhenmeter und 15 Meter Strecke. Auch hier wieder: „BEEEEEEERG!“ und beschleunigen. Wieder lachte Toni und rannte locker mit. Irgendwie war das ganz spaßig und mal ein wenig Abwechslung.

Nach dem Weserwehr kann man auf dem Asphaltweg weiterlaufen. Ich nehme aber lieber den Trail. Auch hier muss man bedenken, dass wir direkt an der Weser und in Bremen sind. Trail bedeutet hier: Trampelpfad mit Baumwurzeln und netter kleiner Steigung, aber keine 10 Meter nach oben und nur 20 Meter Strecke oder sowas. Und wieder: „BEEEEERG!“ und Sprint nach oben. Diesmal war ich nach dem Sprint ziemlich außer Atem, und das Herz pocherte deutlich schneller. Aber Spaß hat’s gemacht.

Und so ging es weiter: Bei jeder Steigung einmal „BEEEERG!“ gerufen und beschleunigt. Ich wußte bisher gar nicht, wass es tatsächlich Steigungen auf den Standardrunden um den Werdersee gibt. Beim normalen Laufen nimmt man das auch kaum wahr. Wenn man aber darauf achtet und gezielt an diesen Stellen in den Sprint wechselt, bemerkt man sie durchaus.

Wir wurden Steigung für Steigung bzw. Sprint für Sprint schneller. Sogar den Krähenberg, die einzige mir bis dahin bewusst bekannte Steigung an der Strecke, sprinteten wir hoch. Die letzte kleine Steigung vor der Fußgängerbrücke erledigten wir mit einer 03:00 min/km Pace. Wenn ich da einen Pulsgurt getragen hätte, wüßte ich jetzt sehr genau meine maximale Herzfrequenz. Aber ich hatte komplett auf Technik verzichtet: Kein Handy, keine Garmin, nichts. Sollte ja auch nur ein kleines Regenerationsläufchen werden.

Im Großen und Ganzen war das auch tatsächlich ein sehr entspannter Regenerationslauf mit einer moderaten Durchschnittspace von 06:00 min/km. Die kleinen und sehr kurzen Sprinteinlagen haben den Lauf aber doch zu etwas Besonderem gemacht. Insgesamt bin ich knapp 15 Kilometer gelaufen, ca. 12 mit Toni und etwa drei von und nach zu Hause.

Das müssen wir unbedingt mal wiederholen!

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