Edinburgh Marathon 2014

Für meinen ersten Auslandsmarathon habe ich mir Edinburgh ausgesucht, weil ich diese schöne Stadt einfach gerne wieder einmal besuchen wollte. Wichtigste Erkenntnis: Ich sollte Ausschreibungen gründlicher lesen!

Die Anreise und der Freitag

Für den Edinburgh Marathon habe ich mich bereits vor fast einem Jahr angemeldet. Es war klar, dass Simone mich auf der Reise begleiten würde. Wir waren schon einmal in Schottland. Das ist mittlerweile ca. 9 Jahre her. Damals haben wir eine geführte Bustour von Edinburgh über die Highlands nach Glasgow mitgemacht und hatten das Land und die Leute in allerbester Erinnerung. Damals waren wir zu Beginn der Reise ca. zwei Tage in Edinburgh und dort in dem extrem zentral gelegenen Hotel „King James by Thistle“ untergebracht. Da wir auch das Hotel in guter Erinnerung hatten, haben wir uns auch diesmal wieder für dieses Haus entschieden.

Lediglich beim Flug hat sich etwas verändert: Heutzutage gibt es eine Direktverbindung von Ryanair zwischen Bremen und Edinburgh; die haben wir natürlich genommen.

Im Hotel angekommen fiel uns sofort auf, dass dort Schilder standen, die Werbung für einen schottischen Folklore Abend im Hotel machten. Auch daran konnten wir uns bestens erinnern: Genau diese Veranstaltung hatten wir vor 9 Jahren ebenfalls besucht. Und da sie gleich am Freitagabend wieder stattfand, haben wir sofort zwei Plätze dafür gebucht. Das Abendprogramm stand somit fest. Die Zeit bis dahin verbrachten wir schlendernd und ein wenig shoppend im Zentrum Edinburghs.

Der Folklore Abend verlief immer noch exakt so wie damals, es waren lediglich einige andere Tänzerinnen und Darsteller dabei, aber die Show war eigentlich immer noch dieselbe wie damals. Dudelsackmusik, Akkordionmusik, schottischer Gesang, schottische Tänze, schottische Violinenmusik, gutes Essen und zum Abschluss ein Glas Whisky und ein Portiönchen Haggis. Eine schöne Beschäftigung von ca. 18:45 Uhr bis etwa 22:00 Uhr. Damit war der Ankunftstag auch schon beendet.

Samstag: Sightseeing

Bei einem Marathon in Deutschland muss ich am Tag vor dem Lauf in der Regel die Startnummer abholen und ähnliche Vorbereitungen treffen. Da ich die Startnummer für den Edinburgh Marathon im Vorfeld per Post bekommen hatte und es das Finishershirt auch tatsächlich erst im Ziel geben würde, waren hier keine weiteren Vorbereitungen erforderlich. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Sightseeings. Das Edinburgh Castle haben wir uns erneut angesehen. Das kannten wir zwar bereits, aber nun hatten wir einfach noch etwas mehr Zeit und konnten sehr entspannt den Audioguide durchhören und uns alles anschauen. Das ebenfalls in guter Erinnerung gebliebene „Real Mary’s Close“, das ich jedem Erstbesucher empfehlen kann, haben wir diesmal ausgelassen, da wir es bereits kannten und noch einige anderen Sachen anschauen wollten.

Wir schlenderten zum Beispiel zum „Gregorian House“, das aber leider wegen einer Hochzeit wenige Minuten vor unserer Ankunft für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Schon vor dem Castle hatten wir den Holyrood Palace aufgesucht; aber auch der war an diesem Tag leider nicht zugänglich. Also sind wir in einen Bus gestiegen, zum Ocean Terminal gefahren, und haben die „Royal Yacht Britannia“, das ehemalige Schiff der Queen, besichtigt. Danach sind wir noch ein wenig herumgeschlendert und haben noch einige schöne Aussichtsspunkte genossen.

Am Abend wurden wir daran erinnert, dass es in Schottland eine gute Idee sein kann, einen Tisch zu reservieren, wenn man Essen gehen möchte. Gleich bei zwei Restaurants bekamen wir überhaupt keinen Platz mehr, bzw. hätten mehrere Stunden warten müssen. Bei einem Restaurant lag die Wartezeit allerdings „nur“ bei ca. einer halben Stunde, die wir gut an der Bar totschlagen konnten. Und was isst ein richtiger Läufer am Tag vor einem Marathon? Richtig: Ein schönes Rip Eye Steak! Wer braucht schon Kohlenhydrate?

Während wir aßen begann im Fernsehen die Übertragung des Champions League Finales. Wie in den meisten Ländern bleibt man in Schottland nach dem Essen nicht mehr groß im Restaurant sitzen und plappert, sondern zahlt zügig und geht. So machten wir das auch und suchten unser Zimmer im Hotel auf. Bei der einen oder anderen kleinen Probierflasche Whisky konnten wir nun die zweite Halbzeit und die Verlängerung des Spiels anschauen.

Sonntag: Der Lauf oder „Die Hunger Games“

Der Sonntag fing auch recht entspannt an. Richtig frühes Aufstehen war gar nicht erforderlich, da der Start ja erst um 09:50 Uhr Ortszeit stattfinden sollte. Wir hatten geplant bei einem kleinen Laden einfach ein Sandwich zu holen. Danach wollte ich zum Start. Vor Simone lag noch ein intensiver Sightseeing Tag, da sie ja auch noch die verpassten Sehenswürdigkeiten des Vortags nachholen „musste“. Leider war aber ja Sonntag. Der Laden, den wir im Auge hatten, war geschlossen. Auch der nächste Laden war dicht. Das war blöd. Aber ich dachte mir: Ok, ich muss ja noch zwei Straßen bis zum Start gehen. Entweder finde ich unterwegs noch einen Sandwichladen oder eben nicht. Bei jedem vernünftigen Lauf gibt es ausreichend Verpflegung. Dann bediene ich mich halt mal da.

Unterwegs gab es auch den einen oder anderen geöffneten Laden. Aber ich war ja nicht der einzige Läufer auf dem Weg zum Start. Die Läden waren so gerammelt voll, dass ich keine Lust hatte, hineinzugehen. Ich ging also ohne Frühstück und deutlich hungrig zum Start.

Ich hatte die „Race Details“ im Vorfeld nur grob überflogen. Für mich sah das so aus: Wir laufen zügig in Richtung Nordsee und dann eine ganze Weile am Wasser entlang bis zu einem Wendepunkt. Dann wieder zurück. Das Ziel würde einige Straßen vom Start entfernt sein. Deshalb nahm ich keinen Kleiderbeutel und keine Wechselsachen mit. Ich wollte im Hotel duschen und mich umziehen. Lediglich 10 Pfund für den Notfall hatte ich dabei.

Mein Startort war die London Road. Es gab zwei Startorte: Die London Road und die Regent Road. Und jeder dieser Startorte war in mehrere Startbereiche unterteilt. Ich gehörte in den gelben Startbereich. Das war an meiner gelben Startnummer zu erkennen. Damit war ich an der London Road im letzten Startblock. Meine Anmeldung lag schon so lange zurück, dass ich keine Ahnung mehr hatte, welche Zielzeit ich da angegeben hatte. Das stand auch nirgendwo. Aber die Leute um mich herum planten alle irgendetwas zwischen 3:30 Stunden und 3:59 Stunden. Die London Road Starter gingen einige Minuten vor den Regent Road Startern auf die Strecke. Die Regent Road Starter hatten Startzeiten ab 4:00 Stunden. Eigentlich hätte ich also dorthin gehört. Anscheinend war ich damals davon ausgegangen, dass ich bei diesem Lauf unter 4 Stunden bleiben würde. Das entspricht allerdings überhaupt nicht meinem derzeitigen Leistungsvermögen. Immerhin steckte mir ja auch noch der Rennsteig in den Beinen.

Recht gut gelöst war die Toilettenproblematik bei diesem Lauf. Am Start, unterwegs und am Ziel gab es mobile Toilettenhäuschen. So ähnlich wie das auch bei den Stadtmarathons hierzulande ist. Allerdings waren dort überall noch zusätzlich mobile Urinale aufgestellt. Wir Männer konnten uns also recht problemlos und schnell erleichtern, ohne gleich ein Klohäuschen zu blockieren oder Bäume zu gießen. Und da die Dinger auch sehr wenig Platz verbrauchen, kann man mit wenigen Klos viele Menschen erleichtern. Sowas sieht man hier nur selten; und bei Läufen habe ich so etwas überhaupt noch nicht gesehen.

Ich weiß nicht wie viele Teilnehmer der Lauf hatte. Ich meine, dass ich gehört hatte, wie der Moderator mal die Zahl 30.000 ins Mikrofon gerufen hatte. Auf jeden Fall waren es so viele Läufer, dass man niemals auch nur ansatzweise alleine war. Immer waren viele, viele andere Läufer in der Nähe.

Der Lauf wurde pünktlich gestartet. Und im Sog der schnellen Läufer um mich herum ließ ich mich mitziehen und rannte die ersten 13 Kilometer mit einer Pace knapp über 5 min/km. Dann fiel mir ein, dass das nicht wirklich clever war. Ich bremste also mein Tempo. Wir rannten zunächst tatsächlich durch die Stadt, am Holiyrood Palace vorbei. Dort in der Nähe gab es einen ersten Wendepunkt, so dass man für ca. 200 Meter den Läufern wieder entgegenlief. Dann ging es quer durch die Stadt direkt in Richtung Nordsee. Also in etwa so wie ich es erwartet hatte.

Am Morgen hatte es noch gewaltig geregnet und war sehr neblig. Typisch britisches Wetter könnte man sagen. Während des Laufs wurde es allerdings wieder einmal recht angenehm. Es kam sogar die Sonne heraus, so dass mir phasenweise etwas warm wurde.

Am ersten Verpflegungspunkt wunderte ich mich. Hier gab es stilles Wasser, das in kleinen Flaschen gereicht wurde. Nichts sonst. Keine Cola, kein Isodrink und vor allem: Nichts zu Essen! In der Ausschreibung war hier auch nur von „Hydration Stations“ die Rede. Aber dass es da wirklich nur Wasser geben würde, hatte ich nicht erwartet. Ich nahm an, dass die richtigen Verpflegungspunkte vielleicht noch kommen würden. Ist ja häufiger so, dass der erste VP lediglich eine Wasserstelle ist. Ich spürte jedenfalls deutlich, dass ich nicht wirklich viel verwertbare Energie im Körper hatte. Kein Frühstück, am Vortrag kaum Kohlenhydrate aufgenommen und hier nun auch nichts. Nicht optimal. Aber was soll’s?

Nun ging es tatsächlich praktisch die ganze Zeit über in Sichtweite des Wassers eine Straße entlang. Immer links die Nordsee und rechts mal typisch schottische Häuser abwechselnd mit typisch schottischen Landschaften. An der Strecke standen immer und überall Menschen, die uns zujubelten. Das war mehr Begeisterung als bei vielen Stadtmarathons in Deutschland. Während hierzulande die Zuschauer häufig nur die Spitzenläufer anfeuern und danach nach Hause gehen, sind die Straßen beim Edinburgh Marathon auch dann noch enorm gefüllt, wenn wir langsameren Läufer dort entlangkommen. Die Zuschauer waren einfach super!

Unterwegs gab es auch einige Sambabands und sonstige Musikeinlagen. Auch das war sehr schön. Irgendwie ertappe ich mich dann immer dabei, dass ich den Beat aufnehme und meine Schrittfrequenz nach der Musik ausrichte.  Das macht gute Laune.

Bei den weiteren Verpflegungsstellen bestätigte sich meine Befürchtung: Bei diesem Marathon gibt es keine vernünftige Verpflegung. Zu Trinken gibt es immer nur stilles Wasser und sonst nichts. Hier und da werden auch Gels gereicht. Die sind für mich aber kein Ersatz für etwas Essbares. Gels sind einfach nicht mein Ding. Ich habe mir dann trotzdem im Verlauf des Marathons insgesamt drei Gels genehmigt, weil ich einfach überhaupt keine Energie im Körper hatte. Einen positiven Effekt habe ich allerdings nicht bemerkt. Ein Käsebrötchen wäre mir lieber gewesen. Oder Haferschleim oder Schmalzbrote wie beim Rennsteig. Aber auch Äpfel und Bananen hätte ich begeistert genommen. Gerne auch einen Schluck Cola. Aber nein. Sowas gibt es hier nicht.

Ich stellte mich darauf ein und verlangsamte mein Tempo weiter, bis ich schließlich in diesem „Ultraschlappschritt“ war. Das ist ein Schritt, bei dem man mal gerade noch so am Laufen ist und noch immer schneller als gehende Menschen. Diese Laufart kann man auch ohne Nahrungszufuhr eine Ewigkeit durchhalten. Anscheinend reicht die durch Fettverbrennung gewonnene Energie für diese Schrittart aus, so dass man weitestgehend ohne Kohlenhydrate auskommt. Wie auch immer: Ich wurde sehr langsam. Ansonsten ging es mir allerdings gut. Ich hatte immer noch Lust auf den Lauf und immer noch Spaß daran. Die Landschaft war ungebrochen schön.

Ein wenig wunderte ich mich unterwegs. Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Marathon Edinburgh gar nicht verlassen würde. Aber anscheinend durchliefen wir nicht nur mehrere Ortsteile, sondern tatsächlich unterschiedliche Ortschaften und waren irgendwann doch ziemlich weit von Edinburgh entfernt.

Schließlich kam der große Wendepunkt. Schon seit vielen Kilometern liefen uns andere Läufer immer wieder mal entgegen. Unter anderem hatte ich die Spitzenläufer gesehen. Die waren schon kurz vor dem Ziel als ich bei km 20 war. Am Wendepunkt ging es ein wenig gerade zurück und dann in einen Park hinein. Dort wurden ein paar Extrameter gesammelt, bevor es dann wieder auf die Strecke zurück ging. Ich wunderte mich. Wir waren am Wendepunkt schon fast dreißig Kilometer unterwegs und fast immer in eine Richtung gelaufen. Wenn wir nun auf derselben Strecke zurücklaufen würden, würden wir niemals in der Nähe des Starts ins Ziel laufen. Hatte ich mich etwa total verplant? War es eine Punkt-zu-Punkt Strecke und ich habe es gar nicht bemerkt? Hmmm….

In etwa ab dem Wendepunkt fiel mir auf, dass bei diesem Lauf viel mehr Läufer Probleme hatten als bei vergleichbaren Läufen in Deutschland. Ich habe noch nie so viele Menschen sich übergebend am Rand einer Laufstrecke gesehen. Und auch noch nie so viele Läufer mit Kreislaufzusammenbrüchen. Dickes Lob an die Sanitäter, die hier immer schnell zur Stelle waren. Besonders auffällig war die extrem hohe Anzahl an Läufern, die Dehnübungen machten, weil sie offenbar Probleme mit Krämpfen hatten. All das sieht man grundsätzlich bei jeder großen Veranstaltung, an der Menschen teilnehmen, die eigentlich nicht ausreichend trainiert für einen Marathon sind und sich gewaltig übernehmen. Aber in solchen Massen habe ich das noch nie erlebt. Ich führe das auf die Verpflegung bei diesem Lauf zurück. Nur Wasser, keinerlei Mineralstoffe, kein Salz, keine Kohlenhydrate (bis auf diese besch…enen Gels) und auch sonst nichts. Das kann bestimmt Probleme verursachen. Sogar nur ca. zwei Kilometer vor dem Ziel habe ich einen Läufer gesehen, der zusammengebrochen war und versorgt werden musste. Und das waren fast immer jung aussehende Leute, deutlich unter 30.

Jedenfalls ging es nach dem Wendepunkt wieder zurück. Nun war die Nordsee rechts und die Landschaften, Häuser etc. links. Und da man in Schottland ja immer links läuft, konnten wir die entgegenkommenden Läufer rechts sehen. Ich war ganz beruhigt, dass trotz meines niedrigen Tempos immer noch sehr, sehr viele Läufer hinter mir waren.

Die Zuschauer waren ungebrochen begeistert und zahlreich. Einige Kinder, und manchmal auch Erwachsene, reichten den Läufern Gummibonbons. Die Verpflegungssituation bei diesem Lauf war also offenbar allseits bekannt. Ich griff dann auch gerne und dankbar zu. Aber natürlich nie mehr als einen oder zwei Bonbons. Ich wollte den anderen Läufern da ja auch nichts wegfuttern. Sich einen Gummibonbon im Mund zergehen zu lassen ist ab Kilometer 30 eine unglaubliche Wohltat. Herrlich. Viel Energie bringt das zwar auch nicht, aber es tut trotzdem gut.

Die Zuschauer riefen alles Mögliche, meistens „Well Done!“ oder „You still look strong, guys! Good job!“. Eine Zuschauerin hielt sichtlich angestrengt ein Schild hoch: „Run faster! My arms are hurting!“. Auf einem anderen Schild war „Run as you stole something!“ zu lesen.

Einige Kilometer vor dem Ziel wurde mir endgültig klar, dass es tatsächlich eine Punkt-zu-Punkt Strecke sein musste und dass wir nicht direkt in das Zentrum von Edinburgh laufen würden. Wir befanden uns noch immer auf dem Weg, den wir auch beim Hinweg genommen hatten und ich erkannte die Orte teilweise wieder. Na, das konnte noch interessant werden so ganz ohne Wechsel- und Duschsachen…

Ab ca. drei Kilometern vor dem Ziel erhöhte sich die Zuschauerdichte erneut. Es ging zum Schluss durch einen regelrechten Menschenkanal entlang zu einem Sportstadion, in dem das Ziel aufgebaut war. Hier waren auch nach ca. 4:45 Stunden immer noch mehr und lautere Zuschauer als bei den meisten anderen Läufen, an denen ich bisher teilgenommen habe. Der Zieleinlauf war ein tolles Gefühl.

Nach dem Finish: Die Rückkehr ins Hotel

Direkt nach dem Zieleinlauf bekam man eine Flasche stilles Wasser. Ich konnte es fast nicht mehr sehen, trank es aber trotzdem. Gleich danach wurde mir die Medaille um den Hals gehängt. Sehr hübsch. Als Motiv ist das Edinburgh Castle darauf zu sehen. Und danach schließlich bekam man einen Kleiderbeutel mit dem Finishershirt. Schon seltsam, einen Kleiderbeutel nicht am Vortag mit der Startnummer, sondern erst im Ziel zu bekommen. Aber so ist das hier nun einmal. Neben einigen Probepackungen, z.B. für Müsli oder Waschmittel, befand sich auch ein Energieriegel im Beutel. Der schmeckte scheußlich. Außerdem juckte meine Zunge davon. Aber immerhin: Ich hatte nun eine Kleinigkeit zu Essen.

Nachdem ich den Zielbereich verlassen hatte befand ich mich auf einer Partywiese. Hier standen die Angehörigen und Freunde der Läufer und erwarteten ihre Helden. Überall waren Bier-, Kaffe- und Porridgestände aufgebaut. Unglaublich voll. Und überall war diese gute Laune zu spüren, die es immer in Zielbereichen gibt. Meine Wechselsachen musste ich nicht abholen, da ich ja keine dabei hatte. Aber nun galt es herauszufinden wie ich denn nun zum Hotel kommen konnte.

Mir wurde der Weg zu den Bussen beschrieben. Ich hätte im Vorfeld offenbar einen Bustransfer buchen können. Da ich das nicht gemacht hatte, musste ich die öffentlichen Busse nehmen. Diese machten allerdings etliche Sonderfahrten, die ohne Zwischenhalt direkt zum Startbereich fuhren. Das online buchbare Ticket hätte wohl 3,50 Pfund gekostet. Die öffentlichen Busse kosteten lediglich 1,- Pfund. Ziemlich viele Läufer wollten die Busse nehmen. Und perfekt wie immer im UK standen alle brav in der Schlange und warteten geduldig bis sie an der Reihe waren.

Mir wurde kalt. Außerdem steige ich nicht gerne total verschwitzt in einen Bus. Aber ich hatte keine andere Wahl. Außerdem gab es viele andere Läufer, die genauso wie ich noch nicht geduscht oder umgezogen waren und die sich wohl auch verplant hatten. Irgendwann saß ich jedenfalls im Bus. Und irgendwann fuhr er auch los. Zu meinem Erstaunen dauerte die Fahrt sehr lange. Wieder in der London Road angekommen musste ich dann noch kurz zum Hotel düsen, wo Simone auch schon auf mich wartete. Sah ganz lustig aus wie die meisten Leute nach dem Aussteigen aus dem Bus herumeierten. Der typische After-Marathon-Gang.

Der Tag war noch nicht zu Ende. Wir wollten ihn noch ein wenig nutzen. Also habe ich schnell geduscht und Wechselsachen übergezogen. Dann sind wir direkt weiter zu den nächsten Sehenswürdigkeiten gedüst. Zwischendurch kamen wir in einen sehr starken und ausgiebigen Regenschauer, den wir dann teilweise in einem italienischen Restaurant aussitzen konnten. Hier aß ich nun Spaghetti Bolognese. Etwas verspätetes Carbo Loading. Aber lecker war’s. Gleich nach dem Regenschauer ging es für uns weiter. Wir nutzten die Zeit noch gut aus, mussten dann aber auch irgendwann wieder zum Hotel zurück.

Am Montag Morgen klingelte der Wecker bereits um 03:00 Uhr, weil wir den Bus zum Flughafen um 04:00 Uhr nehmen wollten. Das hat alles reibungslos funktioniert; und auch der Flug startete und landete überaus pünktlich. Früh aufstehen ist nichts für mich. Als wir in Bremen ankamen musste ich mich erst einmal für ein Stündchen aufs Ohr hauen.

Fazit

Der Kurztrip nach Edinburgh hat sehr viel Spaß gemacht. Bei uns wurden viele Erinnerungen wach, weil sich viele Dinge seit unserem letzten Besuch überhaupt nicht verändert haben. Land und Leute sind einfach herrlich. Lediglich auf den Verkehr muss man aufpassen. Die Schotten haben auch in den letzten 9 Jahren nicht gelernt, auf der richtigen Seite zu fahren.

Der Marathon ist im Großen und Ganzen sehr gut organisiert. Alles verläuft so wie die Organisatoren sich das vorgestellt haben. Die Strecke macht Spaß. Auch wenn sie leichte Wellen beinhaltet, kann man sie wohl als flach bezeichnen. Dass ich überhaupt Wellen erwähne, liegt wohl daran, dass ich als Bremer ganz eigene Vorstellungen von einem flachen Profil habe und bei einer Steigung von 1% gleich von einem steilen Berg spreche.

Es handelt sich um eine große Veranstaltung mit vielen Teilnehmern und vielen Zuschauern. Die Stimmung ist durchgehend super!

Die Verpflegung bei diesem Lauf ist katastrophal. Man bekommt zwar genügend Wasser, aber sonst praktisch nichts. Läufer, die mit Wasser und Gels auskommen, haben hier keine Probleme. Läufer, die gerne etwas umfangreicher verpflegt werden, können Probleme bekommen. Wenn mir das vorher bewusst gewesen wäre, hätte ich auf jeden Fall ausgiebig gefrühstückt.

Spaß gemacht hat’s aber!

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