Geburtstagsfeier mal anders

Geburtstage sind so eine Sache. Eigentlich bedeuten sie mir nicht viel. Aber bei runden Geburtstagen wird ja immer gesagt: „Das ist etwas Besonderes! Das MUSST Du feiern!“ Hmmm… Eigentlich ist ein Geburtstag mit einer 1 oder 2 hinten nicht weniger besonders, aber so sind Menschen ja nun einmal…

Am 01.12.2005 wurde ich 30. Da war an Feiern aber gar nicht zu denken. In der Woche war ich bei einem Kunden in Köln und wollte ganz normal arbeiten. Wie gesagt: Ich mache mir nicht viel aus Geburtstagen. Am Tag vor meinem Geburtstag wurde ich allerdings krank. Als ich abends im Hotel war, wurde es schlimmer und schlimmer. Am nächsten Morgen war ich nicht nur dreißig, sondern hatte ordentlich Fieber und war so kraftlos, dass ich sogar Probleme hatte aufzustehen um zur Toilette zu gehen. Das war echtes Siechtum, eine Männergrippe ist nichts dagegen. Ich habe mich für den Rest der Woche krank gemeldet und mich am nächsten Tag (vorher hatte ich einfach nicht genügend Kraft) zum Bahnhof geschleppt und bin nach Bremen gefahren. Die nächsten Tage waren nicht wirklich angenehmer. So jedenfalls wollte ich nie wieder einen Geburtstag (und möglichst auch keinen anderen Tag) verbringen.

Als dann der 40. Geburtstag vor der Tür stand, schlug Simone vor, dass ich doch eine große Feier oder einen Marathon veranstalten könnte. Davon war ich zunächst nicht sonderlich begeistert. Wie veranstaltet man einen Lauf so, dass alle Spaß haben, vom Hobbyläufer bis zum Mara/Ultra Sammler?

Ich sprach mit Toni und Simone mehrfach über die Idee und schließlich kristallisierte sich eine Lösung heraus: Ein 7 Stunden Lauf.

Mein Geburtstag fiel auf einen Dienstag. Da müssen viele meiner Freunde arbeiten, einige früh am Tag, andere eher später. Außerdem wollen nicht alle einen Marathon laufen. Die, die es machen, legen aber häufig großen Wert auf die Zählbarkeit nach den Regeln des 100 MC.

Wir legten also fest, dass wir einen Lauf von 13:30 Uhr bis 20:30 Uhr veranstalten wollten. Jeder Gast konnte kommen, wann er wollte, solange bleiben, wie er wollte, und so viel laufen, wie er Lust hatte. Das Ganze wurde noch offiziell ausgeschrieben. Und fertig war der flexible Lauf für Alle.

Aber immerhin: Am 01.12. haben wir selten gutes Wetter, es wird früh dunkel – und: Es ist immer noch ein Wochentag. Ich dachte nicht wirklich, dass jemand kommen würde. Also fragte ich zunächst einige Freunde, was sie von der Idee hielten. Die Reaktion war durchwachsen, aber insgesamt eher positiv. Da war ich schon etwas überrascht.

Als Laufstrecke hatte ich Schmidts Kiefern in Schwanewede im Hinterkopf. Eine sehr schöne 5 km Runde durch waldiges Gebiet. Aber wie gesagt: Es wird früh dunkel. Die Strecke ist nicht beleuchtet. Und Schwanewede ist für uns Bremer doch schon eine kleine Tour. Das muss man sich nach Feierabend nicht unbedingt antun.

Also suchten wir nach einer beleuchteten, verkehrsfreien Strecke in Bremen. Von Anfang an stand die Finnbahn im Bürgerpark/Stadtwald auf der Liste. Und für diese Strecke haben wir uns schließlich auch entschieden.

Nachdem das nun alles geklärt war, haben wir die Veranstaltung erstellt (vielen Dank an Olaf und Uwe für die Unterstützung!) und ich habe eine entsprechende Einladung bei den Racebookern gepostet.

Zu meiner Verblüffung kam die Idee richtig gut an. Schlagartig war das voreingestellte Kontingent von 15 Teilnehmern ausgebucht und musste erhöht werden. Am Tag vor meinem Geburtstag waren es 31 Anmeldungen. Davon sagten vier Läufer die Teilnahme ab – und es meldeten sich noch vier weitere Läufer an, so dass es bei 31 Teilnehmern blieb. Puuuh… Es war eine gute Entscheidung tatsächlich 31 Medaillen zu besorgen und nicht damit zu rechnen, dass eh einige nicht kommen würden. 😀

Am 30.11. regnete es den ganzen Tag. Die Vorhersage für den 01.12.: Es sollte so weitergehen. Ich dachte, dass niemand kommen würde. 😀

Um 12:35 Uhr fuhren Simone und ich Zuhause los – die meisten Sachen für den VP im Wagen. Wir luden den Wagen aus – es war etwa 12:50 Uhr. Da kam auch schon der erste Läufer, Dietrich aus der Nähe von Hamburg. Da es recht kalt war und wir noch ein wenig Zeit benötigen würden, bot ich ihm einen Frühstart an. Er müsste eine Weile ohne Verpflegung zurecht kommen und seine Runden selbst zählen. Das nahm er gerne an und lief los. Man kann sich auf der Finnbahn nicht verlaufen.

Simone baute den VP auf, während ich noch einmal los musste. Einige Sachen für den VP sowie Eri und Sonja musste ich noch abholen. Irgendwie war aber jede Ampel gegen mich: Ich brauchte elendig lange und war erst gegen 14:00 Uhr wieder am Ort des Geschehens.

Zu meiner Verwunderung herrschte bereits reges Treiben auf der Strecke: Simone hatte den VP aufgebaut. Etliche Läufer waren bereits unterwegs und begrüßten mich nach und nach als sie mich am VP sahen, weitere Läufer kamen hinzu.

Susanne und Markus hatten sich eigentlich abgemeldet, da sie nicht laufen konnten. Sie waren dennoch dort und haben am VP zur guten Stimmung beigetragen und mit uns gefeiert. Das fand ich sehr schön! Susanne hat auch reichlich geknipst und für schöne Schnappschüsse gesorgt.

Irgendwann war ich auch so weit und konnte ebenfalls loslaufen. Ein paar Runden wollte ich ja auch drehen. Nach einiger Zeit kam ich wieder einmal am VP vorbei und sah Jan und Toni in einer seltsamen Verkleidung – und sie schienen noch ein weiteres Kleidungsstück dabei zu haben. Ach, Herrje… Das war wohl für mich. Nun gut… Ich wurde in eine Hummel verwandelt. Jan und Toni waren Blumen.

Der Hummelgag hat eine Vorgeschichte: Ich sehe nicht wirklich aus wie ein Marathon- oder gar Ultraläufer. Entsprechend können sich viele Menschen gar nicht vorstellen, dass ich sowas mache. Toni hat irgendwann mal gesagt: „Danny ist wie eine Hummel. Eine Hummel kann nach den Gesetzen der Physik nicht fliegen. Aber das hat ihr nie jemand gesagt. Deshalb macht sie es trotzdem. Danny kann nach der Meinung mancher Menschen keinen Marathon oder Ultra laufen. Aber das hat ihm noch Keiner gesagt…“ Tja. So war ich nun eine Hummel. Die ersten paar Meter im Hummelkostüm legte ich flott zurück und lief den Blumen ein wenig weg. Die Blumen fragten sich schon wie eine Hummel mit Blumenphobie 40 Jahre alt werden konnte…

Nach 30 Kilometern war ich ziemlich platt. Ich hätte mich zwar noch zum Marathon quälen können. Aber das wollte ich nicht. Ich wollte noch ein wenig feiern. Also habe ich mich umgezogen und fortan am VP gestanden und mit meinen Gästen gequatscht.

Insgesamt war der VP der soziale Brennpunkt des Tages. Drei Runden auf der Finnbahn entsprechen 5 km. Man kommt also recht häufig am VP vorbei. Und weil dort die Auswahl schön groß war, die Betreuer lieb und nett waren und immer einige Menschen dort standen, lief man den VP auch häufiger an und blieb länger dort als man es bei manch anderem Lauf machen würde. So entwickelten sich viele nette Gespräche. Sehr schön war auch, dass Läufer, die bereits durch waren, größtenteils noch eine ganze Weile blieben und mit uns gefeiert und geschnackt haben.

Mit dem Wetter hatten wir großes Glück: Der erwartete Regen blieb weitestgehend aus. Erst in der Schlussphase wurden die Läufer von Nieselregen begleitet. Damit waren wir eigentlich alle sehr zufrieden.

Ich war wirklich erstaunt: Es kamen tatsächlich 31 Läufer. Und es war bunt gemischt: von 5 km bis 50 km wurden viele unterschiedliche Distanzen erlaufen. Es gab sogar zwei Debüts: Michael Mudder lief seinen ersten Marathon und Andreas Karstens lief seinen ersten Ultra!
Großartige Leistungen! Und das bei meinem ersten eigenen Event! Wow! Und dass Helmut mit 50 km die weiteste Strecke zurücklegte und Günter mit ca. 5:05 Stunden als erster die 45 km Marke knackte, waren weitere Beispiele für die guten Leistungen, die trotz aller Feierstimmung erbracht wurden!

Gegen 20:00 Uhr kam ein größerer Trupp Menschen vorbei. Die wollten eigentlich einen Tisch genau dort aufstellen, wo wir unseren VP aufgebaut hatten. Also räumten wir ein Stückchen unseres Tisches frei, so dass die Neuankömmliche diese freie Fläche einfach nutzen konnten. Es war wohl eine Lauf- oder Walkinggruppe, die an diesem Tag allerdings nur dort war, um einen Geburtstag zu feiern. Sie wunderten sich, was wir da machten. Und als sie sahen, dass gelegentlich ein Läufer kam und ein Kreuzchen in einer Liste machte, dachten sie zunächst, jedes Kreuz würde eine Runde bedeuten. Tatsächlich war diese Liste aber nur eine kleine Zählhilfe, in der jeder Läufe nach jeweils drei Runden ein Kreuzchen machen konnte. Als wir das erwähnten und sie sahen, dass bei einigen Läufern satte neun Kreuze standen (Helmut hatte am Schluss sogar 10 Kreuze), wollten sie uns zunächst nicht glauben.

Die Idee mit den Kreuzen scheint psychologisch einen interessanten Effekt zu haben. Wenn man eine Runde dreht, dreht man immer auch noch zwei weitere, um sich ein weiteres Kreuz zu verdienen. So hatten am Ende von 31 Teilnehmern 27 eine durch drei teilbare Anzahl an Runden hingelegt. Ein Teilnehmer musste nach 8 Runden stoppen, weil die Zeit um war. Drei Teilnehmer haben die Marathondistanz knapp überboten und wollten dann die weitere Runde für das nächste Kreuzchen nicht mehr durchziehen.

Einen Aspekt des Geburtstaghabens hatte ich komplett übersehen: Ich bekam Geschenke! Und wow! Leute, Ihr habt ’ne Macke! Die Racebooker hatten eine Spendendose aufgestellt und offenbar hat sich niemand lumpen lassen und reichlich Geld reingesteckt. Da kam ganz schön was zusammen. Lustig nur: Niemand hat mir davon erzählt. Und als ich gelegentlich mal gefragt wurde, wo denn die Spenden hingehörten, habe ich immer geantwortet, dass ich keine Startgebühr nehme. 😀

Außerdem habe ich einen tollen Gutschein für Team Escape bekommen. Das stand sowieso schon auf meiner ToDo Liste. Und jetzt habe ich keine Ausrede mehr. Cool!

Und damit hörte es nicht auf: Vom Hummelkostüm über einige Running Gags wie eine Bratpfanne und ein Danny Schaf bis hin zum PUM Advertising Shirt und einigen weiteren tollen Dingen reichte die Palette. Ich war ziemlich baff. Damit hatte ich nicht gerechnet!

Danke! Danke! Danke!

Das schönste Geschenk war aber, dass Ihr alle kamt und Spaß hattet! Es war ein toller Tag.

Vielen Dank auch an Simone, Eri und Sonja für die vorbildliche Betreuung des VPs und an Simone, Toni, Olaf und Uwe für die Hilfe bei der Vorbereitung! Olaf hat freundlicherweise auch einige wichtige Dinge für den VP bereitgestellt, darunter heißen Zitronentee, heißes Wasser, Kaffee und die entsprechenden Thermobehälter sowie viel Cola.

Dieser Lauf war ein Experiment. Und wie ich finde ein sehr erfolgreiches Experiment! Irgendwie schreit das nach Wiederholung…

Es wurden viele Bilder und Filmchen aufgenommen. Vielleicht werde ich diesen Eintrag gelegentlich mal aktualisieren und einige davon hinzufügen.

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Kategorien: Dies und das, Veranstaltungen | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Geburtstagsfeier mal anders

  1. Hat dies auf ausnahmeantiathlet rebloggt und kommentierte:
    Nochmal alles Gute nachträglich!
    Ihr hattet ja gut Spaß und auch das Wetter hat mitgespielt. Ich wäre wirklich gerne dabei gewesen. Leider hat es nicht geklappt. Aber spätestens im Bunker sehen wir uns wieder.
    Mein 40. fällt übrigens auf einen Sonntag.

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